Museen Nabburg

Kunst, Kulturgeschichte und Naturkunde

Wolfgang Neiser -Die Geburt der Linie

Wolfgang Neiser-Die Geburt der Linie © Christa Haubelt-Schlosser 2021

Das kindliche Zeichnen endet gemeinhin zwischen 8 bis 12 Jahren. Erwachsene zeichnen nicht mehr, es sei denn, sie tun es beruflich, oder wenn sie, wie Wolfgang Neiser, die Linie zum Konzept-Kunstprojekt erheben. Ab 19. September zeigt der Theologe und promovierte Kunsthistoriker im Schmidt-Haus die Resultate seiner intensiven Auseinandersetzung mit der von ihm favorisierten Darstellungsform.

Erste Gehversuche als Ausstellungskurator unternahm der gebürtige Weidener bereits, während er als Priester der Diözese Regensburg in Nabburg, Amberg und Undorf tätig war. Jahre später, inzwischen wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Museum Regensburg, zeichnete er für die kunst- und kulturgeschichtliche Sammlung verantwortlich. In dieser Zeit kuratierte er Ausstellungen zu Werken von Peter Dorn, Paul Schinner, Peter Androsch und Lois Anvidalfarei und hatte die Projektleitung zu zahlreichen kulturgeschichtlichen Präsentationen inne.

Seit 2018 ist er zertifizierter Coach und gründete zwei Jahre später ein „Institut für darstellungsorientierte Persönlichkeitsentwicklung und Ikonosophie“ in Nabburg. Aktuell ist er wissenschaftlicher Kurator und stellvertretender Leiter der Kunstsammlungen des Bistums Regensburg.

Wolfgang Neiser identifizierte sich im Laufe seiner Untersuchung als „sehr linear orientierten Menschen“. Neugierig geworden interessierte ihn, woher sich diese „bevorzugte Darstellungsästhetik“ nährte, und er legte die jeweilige „Vorstellung von der Welt“ als Quelle fest. Parallel folgte er der Spur, die ihm Künstler*innen „in ihrem Ausloten der Möglichkeiten der Darstellbarkeit“ offenbarten. Folgerichtig begleiten sie ihn nun in ausgewählten Werken aus seiner Privatsammlung bei der „Geburt der Linie“, neben den bereits genannten Sabine Ortner und Astrid Schröder.

Alle Besucher sind eingeladen, sich mit ihrer eigenen Linie einzubringen. Dafür wird ein eigener Platz im Zusammenspiel mit der Ausstellung freigehalten. Papier und Stifte liegen bereit und warten gespannt darauf, welche Linien sich mit ihrer Hilfe zeigen werden.

Die Sonderausstellung „Wolfgang Neiser – Die Geburt der Linie“ ist bis zum 14. November jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Infos unter Telefon (09433) 204639.

Text: Christa Haubelt-Schlosser M.A.

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