Museen Nabburg

Kunst, Kulturgeschichte und Naturkunde

Ameisen - Faszinierende Insekten

Ameisen - Faszinierende Insekten © HR-Design 2019

Sie sind Helden in Kinderbüchern und Zeichentrickserien und die größten Biomasseproduzenten. Manche Forscher halten sie für den Höhepunkt der Evolution die sozialen Gliederfüßer betreffend. 14000 Arten gibt es weltweit, 42 allein im Landkreis Schwandorf. Aus diesen und vielen Gründen mehr sind Ameisen faszinierende Insekten und die Protagonisten der gleichnamigen Sonderausstellung, die ab dem 12. Juli im Stadtmuseum Zehentstadel in Nabburg zu sehen sein wird.

 Vor mehr als 200 Jahren erkannte die kurfürstliche Regierung der Oberen Pfalz den besonderen Nutzen dieser Insekten und erließ das „Verboth, Ameiseneyer in den Waldungen zu sammeln, und Ameisenhaufen zu zerstören“. Die den kleinen „Krabblern“ gewidmete Ausstellung erinnert an den Erlass, der im Staatsarchiv in Amberg aufbewahrt wird und als älteste bekannte Schutzmaßnahme der Waldameisen gilt.

Die Präsentation listet darüberhinaus sämtliche in der Region beheimateten Vertreter der Spezies. Sie stellt Fragen, wie: „Wussten Sie, dass 1 Million Waldameisen nur etwa 7 kg wiegen?“ und befasst sich eingehend mit dem Schutz der im Garten und Wald beheimateten Arten. Seit 1985 konnten beispielsweise 2700 Waldameisenvölker aufgrund von Baumaßnahmen erfolgreich umgesiedelt werden.

Es wird außerdem die jüngste Schenkung des Diplom-Biologen Dieter Bretz an das Bayerische Informationszentrum für Ameisenkunde gewürdigt, welches vor 25 Jahren durch die Ameisenschutzwarte LV Bayern e.V. instituiert wurde und seit 2003 im Stadtmuseum Zehentstadel beheimatet ist.

 Seinen materiellen Ursprung hat es in der von Karl Gößwald an der dortigen Universität gegründeten „Ameisenschutzwarte Würzburg“. 1990 übergab er seine Forschungs- und Arbeitsunterlagen sowie Objekte an die ASW-Bayern. Inzwischen umfasst die weltweit einmalige Sammlung 14 864 Veröffentlichungen sowie die zahlreich publizierten Ameisenzeichnungen von Turid Hölldobler-Forsyth im Original.

Ein Porträt schließlich beschäftigt sich mit dem Wirken des Sozio-Biologen und Pulitzer-Preis-Trägers Bert Hölldobler. Seit 2004 hat er einen Lehrstuhl an der Arizona State University in Tempe, USA, inne. Im Rahmen der Ausstellung wird er am 17. August zum Thema „Der Superorganismus: Kommunikation, Kooperation und Konflikt in Ameisengesellschaften“ in der Spitalkirche St. Marien referieren.

Die Ausstellung „Ameisen – Faszinierende Insekten“ ist vom 12. Juli bis 18. August jeweils Dienstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Infos unter Tel. 09433/204639.

Text: Christa Haubelt-Schlosser M.A.

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